Gründungsmitglied überrascht mit Gastauftritt
Das gibt es wohl nicht alle Tage, dass bei einem 130-jährigen Verein ein Gründungsmitglied zur Tür hereinkommt. Aber zurück zum Anfang: Mitte April feierte der Obst- und Gartenbauverein sein 130-jähriges Jubiläum. Im Rahmen der jährlichen Jahreshauptversammlung gestaltete der Verein, welcher zu den ältesten Ortsvereinen am Samerberg zählt, seinen Festabend zum 130-jährigen Jubiläum. Vorweg wurde in der Filialkirche St. Ägidius und Nikolaus in Grainbach ein Festgottesdienst zelebriert. Diakon Günter Schmitzberger eröffnete mit dem Gottesdienst einen unglaublich liebevoll gestalteten Festabend. Der Gottesdienst wurde vom Samerberger Kinderchor begleitet, die mit passend ausgesuchten Stücken für den feierlichen Rahmen sorgten.
Im Gasthof Maurer in Grainbach wollte der erste Vorsitzende Simon Mayer gerade die Versammlung beginnen und die Mitglieder begrüßen, bis auf einmal Gründungsmitglied Kooperator Josef Dürnegger auf die Bühne trat. Josef Dürnegger, geboren im Oktober 1869, war langjähriger Seelsorger am Samerberg und damals auch Gründungsmitglied des Obst- und Gartenbauvereins. Das Samerberger Urgestein Fritz Däxl schlüpfte in dessen Rolle und erzählte den Mitgliedern davon, dass anfangs der Obstbau reine Männersache gewesen sei und der Verein in 130 Jahren lediglich sechs Vereinsvorsitzende hatte. Mit alten Anekdoten sorgte er für gute Stimmung und reichlich Aufmerksamkeit.
Es gibt wohl kaum einen Verein am Samerberg, der in den vergangenen Jahren so einen Mitgliederzuwachs bekommen hat, wie der Obst- und Gartenbauverein. Allein im letzten Jahr konnten 30 Mitglieder gewonnen werden. 1990 hatte der Verein noch 84 Mitglieder, heute sind es stolze 360 Gartenfreunde. Doch das kommt nicht von ungefähr. Der Obst- und Gartenbauverein Samerberg bietet rund ums Jahr ein Potpourri an Angeboten für Alt und Jung. Vom Wildkräuter-Kochkurs bis hin zur grünen Hausapotheke für Dahoam, vom Obstbaum-Schnittkurs bis hin zum Weidenflechtkurs, vom Superfood-Sprossenkurs bis hin zur Kräuterwanderung in der Samerberger Filzen. Hier ist wirklich für jeden etwas geboten.
Auch der noch amtierende erste Bürgermeister Georg Huber sprach in seinem Grußwort seinen größten Respekt und ein großes Kompliment zum tollen Jubiläumsabend an den Verein aus. Eigens anlässlich des Jubiläums zeigte der Obst- und Gartenbauverein einen selbstproduzierten Kurzfilm mit dem Titel „Wunderschöner Samerberg“, welcher die Vielfalt der örtlichen Garten- und Blumenkünste zeigt. Untermalt von liebevollen Heimatklängen schwenkt das Bild immer wieder von herrlichen Gärten und Staudenbeeten über eindrucksvolle Bergkulissen bis hin zu den prächtigst geschmückten Bauernhöfen. Bei solchen Bildern ginge einem das Herz auf, so erster Bürgermeister Georg Huber. Im Anschluss an sein Grußwort durfte erster Bürgermeister Georg Huber zusammen mit Michael Luckas, dem Bezirksvorsitzenden für Gartenbau und Landespflege in Oberbayern, die diesjährige Prämierung des Blumenschmuckwettbewerbs 2025 vornehmen. Unter dem Motto „Ich liebe die Blumen – ich liebe das Leben“ wurden die schönsten Blumenarrangements gewürdigt. In der Kategorie „Wohnhäuser“ belegte Chistina Binder aus Brunn den ersten Platz, gefolgt von Angelika Wiesholzer und Veronika Murnauer – beide punktgleich auf Rang zwei, sowie Martina Stuffer auf dem dritten Platz. In der Kategorie „Bauernhäuser“ gewann Katharina Schrödl aus Friesing, Maria Staber folgt auf Platz zwei und auf dem dritten Rang punktgleich Marlies Wiesholzer und Hildegard Bauer.
Auch Bezirksvorsitzender Michael Luckas gratulierte dem Festverein. Es sei eine Schau, was der Verein alles auf die Beine stelle. Der wichtigste Faktor fürs Glücklichsein sei gelebte Gemeinschaft. Besser als in einem Verein sei dies nicht möglich. Der Obst- und Gartenbauverein Samerberg sei hierfür ein besonders aktives Beispiel. Gerade in Sachen Pflege von Brauchtum und Traditionen, Verschönerung des Ortes, sowie Naturschutz gingen die Samerberger mit gutem Beispiel voran.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war ein Vortrag von Rainer Steidle, Kreisverbandsvorsitzendem für Gartenbau und Landespflege in Rosenheim. Er zeigte mit interessanten Bildern wie sich die Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis seit den 1880er Jahren bis heute entwickelten.
Auch die Nachbarsvereine vom Obst- und Gartenbau in Nußdorf, Höhenmoos, Rohrdorf und Neubeuern waren mit Delegationen vor Ort um den Samerberger Kollegen persönlich zu gratulieren.
Zu guter Letzt durfte der Verein noch seine langjährigen Mitglieder ehren. Dies waren für 25 Jahre Kreszens Zierer, Monika Wiesholzer, Anton Maurer, Engelbert Mayer und Michael Huber. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Irmengard Wörndl, Georg Weyerer und Xare Stadler geehrt. Eine Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft im Verein erhielten Veronika Stuffer, Josef Wimmer, Josef Stuffer, Josef Schweinsteiger und Michael Stuffer. Für sage und schreibe 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Andreas Linder, Anton Hollerauer, Hans Huber und Bartholomäus Binder geehrt.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Gruppe „Hoib so oid“, die mit schwungvollen Stücken für den feierlichen Rahmen des Festabends sorgte.
Bis zum Schluss blieb es jedoch wirklich spannend, denn für seinen Festabend des 130-jährigen Bestehens hat sich der Obst- und Gartenbauverein Samerberg etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Eine Tombola mit über 700 attraktiven Preisen und ohne Nieten sorgte dafür, dass kein Mitglied am Ende des Abends mit leeren Händen nach Hause gehen musste. Den Hauptgewinn dabei zog Inge Linder aus Grainbach, die jetzt ein neues Hochbeet ihr Eigen nennen darf.

Ehrungen langjähriger Mitglieder: Rainer Steidle, Michael Lukas, Xaver Stadler, Kreszenz Zierer, Engelbert Mayer, Irmgard Wörndl, Michael Huber, Rita/ Josef Wimmer, Michael Stuffer, Veronika Stuffer, Anton Maurer, Maria/ Josef Stuffer, Hans Huber, Hollerauer Ulrike/ Anton, Andreas Linder, Binder Bartholomäus, Simon Mayer, Agnes Astner, Georg Huber

Blumenschmuck Preisträger 2025:
Simon Mayer, Christina Binder, Martina Stuffer, Angelika Wiesholzer, Georg Huber, Maria Staber, Michael Lukas, Katharina Schrödl, Hildegard Bauer, Marlies Wiesholzer, Rainer Steidle, Agnes Astner











